Auf einer Lilie

Friedrich Hebbel

Auf einer Lilie zittern
Zwei Tropfen, rein und rund,
Zerfliessen in Eins und rollen
Hinab in des Kelches Grund.



Der Gameboy

Götti tom72

Nun ist es soweit, wer hätte das gedacht,
der Robin ist nicht mehr sieben, er ist jetzt ganze acht!

Da wird aus dem Boy wohl schon bald ein Mann.
Wächst da nicht schon ein leichter Bart heran?

Ach nein, es sind nicht Haare, sondern Reste vom Ovidrink,
doch was macht dort drüben 'Tüt-Tüt' und 'Blink-Blink'?

Ein Gameboy ist's, es ist wirklich kaum zu fassen,
darin fliegen nicht nur ausserirdische Untertassen!

Nein, nein, auch 'Mario Brothers' und 'Supermann',
kommen beim Gamen mit dem Nintendo doch super an.

Nur, lieber Robin, denk bitte immer ein wenig weiter,
denn Gamen alleine macht Dich nicht gescheiter.

Zwischendurch muss das Spielzeug auch mal warten,
schliesslich bist Du in der Schule und nicht mehr im Kindergarten.

Du darfst die Hausaufgaben nämlich nicht vergessen,
und auch nicht duschen, schlafen oder gar fein essen.

Und hie und da, das kommt halt auch noch dazu,
spielt jemand anderer mit dem Gameboy als Du.

Glaube mir, auch Mami oder Papi spielen nämlich gern,
oder auch das Gotti oder der Götti aus dem fernern Bern.

Nur, wenn die Erwachsenen spielen, macht es einen Unterschied,
die müssen nichts mehr lernen, die sind schon 'rüüdig gschiid'!

So, mein Grosser, das ist alles von mir, von hier, für heut',
liebe Grüsse an Dich mein Held und alle Deine Leut'.

Ich bin sehr stolz auf Dich und sage Dir offen wie es ist:
Alles ist gut, so lange Du wild bist!!



Do not stand at my grave and weep

I am not there. I do not sleep.
I am the thousand winds that blow.
I am the diamond glints on snow.
I am the sunlight on ripened grain.
I am the gentle autumn rain.
When you waken in the morning's hush,
I am the swift uplifting rush.
Of gentle birds in circling flight.
I am the soft star that shines at night.
Do not stand at my grave and cry.
I am not there. I did not die.

Steht nicht an meinem Grab und weint,
ich bin nicht hier, ich schlafe nicht.
Ich bin die tausend Winde, die über die Erde wehn.
Ich bin das helle Glitzern des Schnees,
ich bin das sonnengereifte Korn und der sanfte Regen des Herbstes.
Wenn ihr in der Morgenbrise erwacht, bin ich die aufwärts strebende Macht der am Himmel kreisenden Vögel in der Sonne.
Des Nachts bin ich das Funkeln der Sterne.
Steht nicht an meinem Grab und weint,
ich bin nicht hier. Ich bin mit euch vereint.



Du

unbekannt

Du
ich möchte dich streicheln
ein wenig umschmeicheln
mit dir lachen
dich glücklich machen
nach dem krach versöhnen
und dich dann verwöhnen
mit dir zusammen träumen
dir zuliebe anderes versäumen
ich möchte dich verführen
deinen körper sanft berühren
und deine hände auf mir spüren
deine hübschen lippen küssen
deine zärtlichkeit nie missen
vielleicht ein wenig eifersüchtig sein
doch immer mit dem wissen

du bist mein



Ein Freund

Helmut Zöpfl

Ein Freund ist jemand, der da ist, geht’s auch mal nicht so gut,
und der, was er kann, für dich immer tut,
der Zeit für dich hat, viel Zeit jederzeit,
und der zu dir steht in Freud und Leid,
der gern mit dir froh ist und gern mit dir lacht,
der Spass versteht, auch mal Unsinn mitmacht.
Freunde kann man nicht kaufen für noch so viel Geld,
einen Freund muss man suchen wie sonst nichts
auf der Welt.



Ein Licht

unbekannt

Im Leben ist oft Dunkelheit,
Man tappt in bedrückender Ungewissheit.
Verloren in jener Dunkelheit
ohne Aussicht auf 'n bisschen Helligkeit.

In dieser uns so verdunkelten Welt,
Ist das Licht, was am meisten zählt.
Jenes Licht möcht ich mit dir teilen,
Und Deinen Weg markieren, mit leuchtenden Pfeilen.

Der Weg führt Dich hin,
Wo ich mit meinem Lichte bin.
Nur dieses Licht,
Es leuchtet noch nicht.

Denn erst wenn wir sind zu zweit,
Erfüllt unsere Liebe das Leben mit Helligkeit.
Wohin wir auch des Weges gehn,
Wird uns das Licht zur Seite stehn.

Unser Leben wird erfüllter sein,
Und gemeinsam gehn wir über Stock und Stein.
Doch eines dürfen wir nie vergessen,
In welcher Dunkelheit wir einst gesessen.

Denn dieses Licht wird nicht mehr brennen,
Sollten sich unsre Wege trennen.
Darum glaube mir,
Ich bleib bei Dir.



Engel

Ich wünsche dir ´nen Engel,
und sei er noch so klein,
er möge immer - mit und bei dir sein.
Ich wünsche dir ´nen Engel,
direkt in deiner Stimme,
er möge immer sorgen,
dass dein Wort gewinne.
Ich wünsche dir ´nen Engel,
der immer zu dir steht,
auch in schlechten Zeiten - immer mit dir geht.
Ich wünsche dir ´nen Engel,
der dir schenkt die Kraft,
damit an steilen Strassen - du den Weg auch schaffst.
Ich wünsche dir ´nen Engel,
der dir Sonne, Wind und Regen schenkt,
und dir an jedem Tag
sein fröhliches Lächeln schenkt.
Ich wünsche dir ´nen Engel,
und sei er noch so klein,
er möge immer - mit und bei dir sein.

Engel mögen dich begleiten,
wenn wir auseinander gehn,
in der Nähe,
in der Ferne,
wenn wir uns wieder sehn.



Glück I

unbekannt

Glück ist gar nicht mal so selten,
Glück wird überall beschert.
Vieles kann als Glück uns gelten, was das Leben uns so lehrt.

Glück ist jeder neue Morgen,
Glück sind Tage ohne Sorgen,
Glück ist, wenn man fröhlich lacht.

Glück ist Wärme, wenn es kalt ist,
Glück ist Ruhe, die im Wald ist,
Glück ist eine Freundeshand.

Glück ist eine stille Stunde,
Glück ist auch ein gutes Buch,
Glück ist auch ein freundlicher Besuch.

Glück ist Wein in froher Runde,
Glück kennt keine Jahreszeit,
Glück hat immer der gefunden, der sich seines Lebens freut.

Glück ist ein gesunder Körper,
Glück ist ein gesunder Geist
Glück kann man nicht berechnen,
Glück hat keinen Preis.

Glück ist Regen, wenn es heiss ist,
Glück ist Sonne nach dem Guss,
Glück ist auch ein lieber Gruss.



Glück II

unbekannt

Geht es Dir schlecht,
fehlt Dir der Mut,
dann sag es mir,
ich tu Dir gut.

Ich möchte Dir helfen,
zu finden Dein Glück,
schau vorwärts im Leben,
und nie zurück!

Was war, kannst Du nicht ändern,
was einmal sein wird,
wer weiss das schon!?

Lebe für den Moment,
den Augenblick,
denn die Zeit rennt so schnell davon.

Geniesse jeden wertvollen Tag,
ich bin bei Dir,
was auch kommen mag.

Wie Du Dein Leben lebst,
bestimmst nur Du allein!
Du hast es in der Hand,
Dein Glücklichsein...!



I stepped from plank to plank

Emily Dickinson

I stepped from plank to plank
a slow and cautious way
the stars about my head I felt
about my feet the sea.

I knew not but the next
would be my final inch -
hhis gave me that precarious gait
some call experience.

Ich trat von Steg zu Steg,
bedacht auf die Gefahr -
die Sterne fühlt' ich um mein Haupt,
um meinen Fuß das Meer.

Nicht wissend, ob der nächste Schritt
für mich der letzte sei -
das gab mir jenen schwanken Gang,
den man Erfahrung nennt.



Ich liebte seine Hand auf meiner Brust

Rosa Reiter

Ich liebte seine Hand auf meiner Brust.
Ich liebte unsre tief geteilte Lust.
Ich liebte sein Lachen,
wenn in mich er drang,
und liebte, wenn er
ins Ohr mir dann sang:
»Ich lieb' dich, ich lieb' dich,
ich hab' dich so lieb!«
O wie wünscht' ich mir dann,
daß es immer so blieb'.



Ich möchte...

unbekannt

Ich möchte Dich lieben, ohne Dich einzuengen,
Dich ernst nehmen, ohne Dich festzulegen,
Zu Dir kommen, ohne mich Dir aufzudrängen,
Dich einladen, ohne Forderungen zu stellen,
Dir etwas schenken, ohne Erwartungen daran zu knüpfen,
Von Dir Abschied nehmen, ohne Wesentliches versäumt zu haben,
Dir meine Gefühle mitteilen, ohne Dich für sie verantwortlich zu machen,
Dich informieren, ohne Dich zu belehren,
Dir helfen, ohne Dich zu beleidigen,
mich um Dich kümmern, ohne Dich verändern zu wollen,
mich an Dir freuen, so wie Du bist.

Wenn ich von Dir das gleiche bekommen kann,
dann können wir uns wirklich begegnen
und uns gegenseitig bereichern.



Ich und Du

Friedrich Hebbel

Wir träumten voneinander
Und sind davon erwacht.
Wir leben, um uns zu lieben,
Und sinken zurück in die Nacht.
Du tratst aus meinem Traume,
Aus deinem trat ich hervor,
Wir sterben, wenn sich Eines
Im andern ganz verlor.



If...

Rudyard Kipling

If you can keep your head when all about you
Are loosing theirs and blaming it on you,
If you can trust yourself when all men doubt you
But make allowance for their doubting too;

If you can wait and not be tired by waiting,
Or, being lied about, don't deal in lies,
Or, being hated, don't give way to hating,
And yet don't look too good, nor talk too wise:

If you can dream - and not make dreams your master;
If you can think - and not make thoughts your aim;
If you can meet with Triumph and Disaster
And treat those two impostors as the same;

If you can bear to hear the truth you've spoken
Twisted by knaves to make a trap for fools,
Or watch the things you gave your life for, broken,
And stoop and build'em up with worn-out tools:

If you can make one heap of all your winnings
And risk it on one turn of pitch-and-toss,
And loose, and start again at your beginnings
And never breathe a word about your loss;

If you can force your heart and nerve and sinew
To serve your turn long after they are gone,
And so hold on when there is nothing in you
Except the will which says to them: "Hold on!"

If you can talk with crowds and keep your virtue,
Or walk with Kings - nor loose the common touch,
If neither foes nor loving friends can hurt you,
If all men count worth you, but none too much;

If you can fill the unforgiving minute
With sixty seconds' worth of distance run,
Yours is the Earth and everything that's in it,
And - which is more - you'll be a man, my son!



Kinder

Khalil Gibran

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze siKhalil Gibran eht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit, und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Laßt euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.




Mars

Daniela Schaffhauser

Ich ging gerade zu einem Automaten hin,
so einer mit einem Marsriegel drinn,
da steckte ich meine Karte rein,
und dachte schon der ist jetzt mein.
(Um ihn nachher dir zu bringen!)
Doch dann, oh Schreck oh Weh
meine Karte hat auch schon bessere Tage gseh
(Ja ja aber für diese Uhrzeit sollte es reichen)
Kartenstand = null, Münzen verschwunden,
aber ich bin doch an Spielschulden gebunden!
Drum muss ich um Geduld dich bitten,
auch wenn die Grosszügigkeit stark umstritten,
doch bei Sonnenaufgang in ca. 4 Tagen
werde ich wieder mehr Geld bei mir tragen.
Dann wirst du deinen Riegel bekommen
so wie verdient, so wie Gewonnen.
Also so hab Einsicht mit einer einfachen Maid,
und jetzt ist mir das Dichten leid!



Perpetuum Mobile

unbekannt

De Himmel isch voller Sterne
& de Ozean isch voller Fisch
Du muesch nur gseh & lerne
Dass s'Läbe voller Wunder isch

Will d'Wält die lit zu Dine Füesse
D'Möglichkeite sind unbeschränkt
Nur d'Freiheit muess dänn büesse
Will d'Angst kei Freirum schänkt

Will mir sind komischi Gschöpf
Wo gfange sind i euse Chöpf

Lueg d'Bäum a sie sind voller Läbe
& d'Vögel wie frei sie sind
will d'Wält die will Dir säge
luegs a & tue nöd blind

D'Freiheit die muesch neh
Irgendwänn muesch öppis wage
Am Herz chasch kei Gäld geh
Nur d'Angst stellt dänn no Frage

Will mir sind komischi Gschöpf
Wo gfange sind i euse Chöpf

Lueg d'Wält a sie isch voller Lüt
Drum wott eus Gsellschaft wohl dressiere
Aber das bedütet nüt
Will wänn a Dich glaubsch dänn chasch brilliere

Und wänn eine seit, das chasch nöd mache
Villicht will er's nöd fertig bringt
Dänn sötsch nöd dadrüber lache
Sondern zeige das es Dir glingt

Will Du weisch
De Himmel isch voller Sterne
& de Ozean isch voller Fisch



Quicky

oder "In der Kürze liegt die Würze"
Heiner Eckels

'In der Kürze liegt die Würze',
dacht' ich, löste ihre Schürze,
seufzen, betteln, dacht' ich, wird se,
wenn ich mich gleich auf sie stürze;
und das Mieder löst se, schnürt se
auf, so hofft' ich - plötzlich stiert se
dorthin - Himmel! das verwirrt se,
spricht: 'Eh' ich was überstürze -
mit d e r Kürze keine Würze!'



Regen

unbekannt

Regen trommelt an mein Fenster
Ein leises Grollen in der Ferne
Draussen ist es kalt und finster
und hier drin gibt's nur Einsamkeit und Wärme.

Dieses Wetter hab ich gerne
Weil ich mal mit mir alleine bin.
Meine Gedanken schweifen in die Ferne
zu dem leisem Grollen hin.

Dieses Grollen ist mein eignes Ich,
Das mir sagen will: "Denk auch an dich!"
"Hör nicht auf das was die andern sagen,
wegen ihnen musst du dich nicht selber plagen."

"Hör auf das was du selber weisst,
Denn das ist das einzige, was das richtige verheisst."
Ignorier aber nicht alle andern,
Denn ein paar die wollen mit dir wandern.

Wollen dich auf schwerem Weg begleiten
Wollen dich auf diesem unterstützen,
Sie werden dich durch dunkle Nächte leiten,
Werden dich vor grossem Unheil schützen.

Nun erkenn ich meine echten Freunde,
Denn die falschen lassen mich im Stich.
Die richtigen die teilen meine Träume
Und die ihrigen die teile ich.

Das Grollen verschwindet,
Die Botschaft sie bleibt.
Die Einsamkeit schwindet,
Die Sonne scheint.



Zeit und Liebe

unbekannt

Zeit der Liebe
Deine Liebe meine Liebe
Unsere Liebe.......... Liebeszeit.

Zeit des Lebens
Dein Leben mein Leben
Unser Leben.......... Liebesleben.

Zeit des Glücks
Dein Glück mein Glück
Unser Glück.......... Liebesglück.

Zeit der Kinder
Deine Kinder meine Kinder
Unsere Kinder.......... Liebeskinder.

Zeit des Gebens
Deine Gaben meine Gaben
Unsere Gaben.......... Liebesgaben.

Zeit der Tränen
Deine Tränen meine Tränen
Unsere Tränen.......... Liebestränen.

Zeit und Liebe
Ein Paar wie Du und ich
Die wir die Zeit finden uns zu lieben.

Zeit und Liebe
Elemente wie Du und ich
Die wir geschaffen sind für einander.

Zeit und Liebe
Sterne wie Du und ich
Die wir leuchten für einander.

Zeit und Liebe
Sandkörner wie Du und ich
Am Strand der Liebe.

Zeit und Liebe
Ein Universum der Unendlichkeit
Wie die Liebe zu Dir.




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Kurt Tucholsky