Ja, liebe Mutzinne und Mutze, nun bin ich schon zwei Jahre in Bern. Erinnern Sie sich noch daran, wie ich anfangs Mühe hatte, nur schon meinen Chef zu verstehen, wenn es um Gigle, bällendi Hümple oder Himugüegeli ging? Oder wie sich für mich all die bösen Worte so herzig anhörten, dass ich mich schon fast beschimpfen lassen wollte von Euch Hauptstädterinnen und Hauptstädtern: Sürmu, Gröögu, Choderluuri, Glögglifrösch u Tschalpisiech. So schön!

Vor zwei Jahren wurde aus dem Thomas plötzlich ein Dömu, aus dem Polizist ein Tschugger und abwechslungsweise e guete Mutz oder e geile Siech. Nun hänge ich nach getaner Büez de Bügu (nicht den Kleiderbügel!) an den Nagel und gehe nicht tanzen, sondern schwoofe oder schlööfle? Ich kenne das richtige Wort immer noch nicht. Hihihi… Ganz besonders umstellen musste ich mich beim Grüssen: statt Grüezi heisst es jetzt Grüessech, statt Ufwederluege sage ich nun Adiemerssi. Ich stöhne neu jäno und sage Worte wie Ärdeguet, henne, Bibe, Lämpe und es fägt vou! Und Euch alle nenne ich nicht mehr Pitsch, Walti, Ärnscht oder Heinz, sondern Pesche, Walle, Aschi und Hene. Was ich sonst noch alles gelernt habe, habe ich mal in ein paar Versen zusammengefasst. Schliesslich muss man nicht Berner Regierungsstatthalter sein, um dichten zu können, oder?

Jufle, schirbele, göifere,
löle, düderle, söifere,
göise, mule, chraue,
brösmele, chräble, braue.

Megge, dräckele, rööze,
brüele, schlüüffe, spröze,
brümele, schile, chniepe,
lauere, glüüssele, briegge.

Tubetänzig, umetschirgge,
henusode, gäng obsi firgge,
verzeu nüt u nüt wytersäge,
lysli u nid umepääge.

Dürestiere u verchätsche,
drypängle u vertätsche,
drytschaupe u hindersinne,
bypäpele u umespinne.

Gäud heisst hie Chlüder,
em Güssel seit me Ghüder,
Taascheliwurgete heisst tanze,
spaziere umeschwanze.

Es Tüpfi isch kei schöne Ängu,
s’Gloschli het kei Fürtebängu,
d’Fasnacht heisst hie Zibeler,
de’Chugelschriber Chribeler.

D’Modis göh go kömmerle,
d’Giele tüe gäng jömmerle,
wer jammeret, isch e Jammerihung,
wer güügelet, dem geits im Grintschi rund.

Löu, Glünggi, Totsch u Moore,
tuesch nid rächt, so muess Di ohre,
er schimpft gäng Mürgu, Höuzu, blöde Siech,
was ja au nid jede miech.

Bissoguet iz nit gränne,
gange ab dur d’Bänne,
tifig hinde fürecho,
äuää, de öppe scho.

Nid naa la gwinnt,
nimm di zäme, de spinnt,
dasch aber würkli zviu,
so nes bäguhaarigs Spiu.

Hang ufs Härz u ehrlich gseit,
Du umegstampferi chlepfi Cheib,
chasch gäng nur umenüssle u liire,
würtsch gschider chli ga fiire.

Heit dir das scho ghört?
Eifach bireweich u unerhört!
Herrgott nomal, la mi la sy!
Es nei blybt es nei, es blybt deby!

Äckegstabi, Rüme, Chischter,
am Tag isch’s häu, ir Nacht isch’s fischter,
we me albe vorhär wüsst,
es Müntschi gäh, heisst ebe küsst!

Düdü, Gluglu, Schpitugass,
unger de Loube wirsch nid nass,
wenn mir der Dialäkt der Nuggi usehout,
gang i uf Lozärn – ebe es Bern-Out!

Rüüüüdig schön, oder?
Herzlichen Dank für zwei wunderbare Jahre in Bern, für Chemp, Guidon, lööte und Plagöri und viele andere wunderbare Ausdrücke. Auch wenn ich Luzern täglich wahnsinnig vermisse (wer kann das nicht verstehen, bei der Stadt), fühle ich mich hier wirklich sehr wohl, und ich freue mich auf weitere Jahre mit Bärner Dialäkt.

Häbets guet!

tom72




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Lozärner Schnauze Nr. 8 Lozärner Schnauze Nr. 10