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Hie und da, nach einem überkommunikativen Arbeitstag im Mediendienst, an dem alle etwas von einem wollten und nume no gschwing eine Antwort auf eine dringende Frage benötigten, gönne ich mir den Luxus s’Händy, de Paitscher u de Pipser in eine Ecke zu schmeissen und ohne schlechtes Gewissen aus dem Waisenhaus auf die Strasse hinaus zu treten, frei und nicht mehr erreichbar. Doch kaum an der frischen Luft kommt schon der erste Guschti um die Ecke, der die Umwelt unbedingt wissen lassen will, dass sein Händy nicht nur telefonieren, sondern auch Musik abspielen kann und zwar laut. Tja, da der Musikgeschmack dieser rücksichtslosen Glünggis nie meinem eigenen entspricht, schaue ich zu, dass ich schnell weiterkomme. Dann, ein bisschen später, kaufe ich mir mit knurrendem Magen beim Metzger ein feines Stück Fleisch und gondle mit dem Tram ins Kirchenfeld. Während sich im Gnusch des Trams dasselbe Schauspiel ereignet wie auf der Strasse und irgendein Tüpfi, das das Gefühl hat, dass sämtliche ÖV-Benützer gwundrig und daran interessiert sind, welches Magenleiden ihr Büssi hat und warum jetzt der Chef der Schwester e Uflat sei, tauche ich ab in meine Tagträume… und von was träumt ein hungriger Lozärner?
Genau, vonere feine Fritschipastete, vomene Lozärner Läbchueche met Rahm, vonere frösche Lozärner Birewegge, vo alkoholgföllte Rägetröpfli oder süesse Chatzestreckerli ond natürlich vomene guete Kafi Luz. Mmmmmh! Das han ich förs Läbe gärn. (Das war Luzerner Dialekt.) Nun zur Erklärung für Euch Merängge-u-Niidle-Ässer (wie kann man sich nur so über ein wenig Eiweiss und Zucker freuen?): Die Fritschipastete ist die berühmte Lozärner Chögelipastete. Läbchueche ist Lebkuchen, logisch, Birewegge ist auch klar. Rägetröpfli sind Pralinen und ein Chatzestreckerli ist ein Süssgebäck ähnlich der bekannten Florentiner. Und was ein Kafi Luz ist, weiss man auch in Bern, oder?
Herbschtziit isch Chilbiziit und damit Läbchuecheziit. Deshalb gibt es jetzt erstmalig und einmalig in der Geschichte des INFOs eine kurze Anleitung zum Backen eines echten rüüüdig feinen Lozärner Läbchueche: Frau oder Mann nehme eine Springform von etwa 20 cm Durchmesser und buttere diese aus. In den Teig kommen:
2,5 Deziliter Rahm, flaumig geschlagen 1,5 Deziliter Milch 1,5 Deziliter Birnendicksaft 150 Gramm Rohzucker 400 Gramm Ruchmehl 1 Esslöfel Lebkuchengewürz 1 Teelöfel Natron, in wenig kalter Milch aufgelöst
Ausserdem braucht es Birnendicksaft zum Bepinseln des Lebkuchens und etwa 2 Deziliter Vollrahm, zu Schlagrahm geschlagen, was sonst? Alle Zutaten gut zu einem Teig verrühren und diesen dann in die Form füllen. In der unteren Hälfte des auf 180° Celsius vorgeheizten Backofens etwa 40 Minuten lang backen. Nach dem Backen wird der noch warme Lebkuchen mit Birnendicksaft bepinselt und anschliessend mit Butter oder eben Schlagrahm serviert. Und damit ihr auch gleich das richtige Getränk zum besten Dessert der Welt geniessen könnt, gibt es hier als Bonus gratis das Rezept für einen echten Kafi Luz. Die Zutaten pro Person sind schnell aufgezählt:
2 Stück Würfelzucker 4 Centiliter Birnenträsch (oder mehr – hicks!) Dünner schwarzer Kaffee
Zuerst wirft man die beiden Würfelzucker in ein hohes Kaffeeglas. Dann kommt der Birnenträsch dazu und zum Schluss der dünne, schwarze Kaffee oben drauf. Umrühren mit einem langstieligen Löffel – fertig. Tja, damit kann der Herbst definitiv Einzug halten.
Ich wünsche von ganzem Herzen e guete u proscht!
Lozärner Schnauze tom72
PS: Kaf i Luz trinkt me ganz sicher nid im Tassli!!!
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