‚Ghörsch dr Hümpu?’ tönt es Mitte Oktober aus dem Büro von Franz Märki zu mir herüber. Ich reagiere nicht, schliesslich bin ich ja kaum damit gemeint, heisse ich doch auch nicht Hümpu oder Hämpu oder so ähnlich, sondern Thomas. Gut, hier nennen sie mich alle Thömu oder Döömuu, aber Hümpu? Also gleich nochmal: ‚Ghörsch dr Hümpu?’ lauter, fragender. ‚Was? Redsch Du met mer?’ – ‚Iu, ghörsch dr Hümpu?’ – ‚Sorry, ich verstoh dich fascht ned, wäge dem Hond, wo so luut bällt!’ Man sieht, auch unter Kommunikationsfachleuten kann es zu sprachlichen Schwierigkeiten kommen. Erst recht dann, wenn sie unterschiedlicher Dialekte mächtig sind.

Tatsächlich zeigten sich die ersten Sprachprobleme aber schon viel früher, nämlich kurz nach meinem Eintritt ins Korps der Stapo Bern anfangs August 2005. Das heisst, genau genommen schon am zweiten Tag: Anlässlich einer Sitzung musste Franz mir nämlich notgedrungen erklären, was ein Gigu ist. Schliesslich hatte ich auf einer Übersetzung bestanden. Dummerweise, wie sich im Nachhinein herausstellen sollte.

Mittlerweile habe ich mich jedoch schon recht an den eigentlich sehr schönen Berner Dialekt gewöhnt. Nur ab und zu machen mir einzelne Mundartausdrücke noch Kopfzerbrechen, vor allem, wenn ich bei einer Velokontrolle nicht recht weiss, warum ausgerechnet der Guido eine Klingel braucht. ‚Guido?’ – ‚Guidon! Das ist französisch für Lenker.’ Oder wenn Franz Märki mir erklären will, was Himugüegeli in seinen gesammelten und zum Dörre aufgeschnittenen Totentrompeten machen. Gut, wir Lozärner sagen den Viechern ja Muettergotteschäfer oder Mariechäfer, aber Himugüegeli ist auch nett.

Jedenfalls gebe ich mir wirklich Mühe, mich sprachlich anzupassen, gerade wenn ich vor einer Fernsehkamera stehen muss. Trotzdem werden wohl de Zibeler für mich immer de Zwebelemärt, d’Spitugass immer d’Schpitalgass und d’Schlööf immer d’Schlettschueh bleiben. – Tscholdigong liebi Bärnerinne ond Bärner.

Ouso de, e rüüdig heube Obig ond e huufe Himugüegeli fürs 2006!

tom72




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Lozärner Schnauze Lozärner Schnauze Nr. 2