Berühmter Ballonpionier als Namenspatron für einen neuen alten Weg

In der Medienmitteilung der Stadt Luzern vom 12. November 2003 war zu lesen: ‚Im Bereich der Butterzentrale wurde ein Rad- und Gehweg realisiert, um eine sichere Verbindung von der Landenbergstrasse zur Tribschenstrasse zu ermöglichen. Der Stadtrat hat beschlossen, diese neue Verbindung neben dem neuen Jugendhaus ‚Treibhaus’ als ‚Spelteriniweg’ zu bezeichnen.’

Der besagte Weg ist ja eigentlich gar nicht neu, sondern war bisher nur nicht benannt. Nun ist dies auch geschehen. Der neue alte Weg trägt einen berühmten Namen. Jenen des weltbekannten Ballonpioniers Eduard Spelterini.

Eduard Spelterini ist mit der frühen Geschichte der Luftfahrt in der Schweiz und in Luzern verbunden. Er war an der Planung und Errichtung der Luftschiffhalle im Tribschenmoos massgeblich beteiligt, lenkte Ballone und Luftschiffe. Spelterini hinterliess faszinierende Luftaufnahmen von Luzern, die sich heute im Archiv des Schweizer Verkehrshauses befinden.

Um mehr über den Luftfahrtpionier zu erfahren, kann man die Homepage von Eduard Spelterini oder vielmehr dessen Bewunderer und Verehrer unter www.spelterini.ch besuchen.

Dort findet man über den Mann folgende Angaben:
Eduard Spelterini wurde als Eduard Schweizer am 2. Juni 1852 in Bazenheid SG geboren. Spelterinis Vater, ein Wirt und Bierbrauer, siedelte 1860 mit seiner Familie nach Como über, wo er ein Bauerngut bewirtschaftete.

So verbrachte der junge Eduard einen Teil seiner Jugend in Oberitalien und besuchte die Schulen in Lugano. Musikalisch begabt, schrieb er sich an den Konservatorien in Paris und Mailand ein. Damals legte er sich, seinen künstlerischen Ambitionen wegen, das Pseudonym Spelterini zu, welches ihm zeitlebens anhaftete.

Als er während eines Kuraufenthaltes in Marseille das erste Mal einen Heissluftballon sah, war er von diesem Fluggerät so fasziniert, dass er seine Gesangsausbildung kurzerhand an den Nagel hängte und sich stattdessen an der Pariser Luftfahrtakademie immatrikulierte.

1880 wagte Spelterini schliesslich seinen ersten Aufstieg. 13 Jahre später begann er aus dem Ballonkorb heraus die Landschaft zu fotografieren. Dank über 500 Lichtbildvorträgen wurde Eduard Spelterini nicht nur zum bedeutendsten Ballonfahrer, sondern auch zum bedeutendsten Fotografen seiner Zeit.

In der Folge wurde Eduard Spelterini von Physikern, Forschern und Medizinern angeheuert. Aber auch verschiedene Militärakademien und Kriegsschulen verpflichteten den Ballonpiloten für Luftfahrkurse.

Während 570 Ballonfahrten und sieben Alpenüberquerungen mit dem Gasballon begleiteten ihn 1237 Personen. Zu seinen Passagieren gehörte nebst anderen Berühmtheiten auch Ferdinand Graf von Zeppelin.

1926, fünf Jahre vor seinem Tod, hob er zum letzten Mal mit einem Ballon ab. Und obwohl er in der aktiven Zeit grosse Berühmtheit erlangte, lebte er in den letzen Jahren seines Lebens einsam und vergessen.

Eduard Schweizer starb am 16. Juni 1931 in Vöcklabruck (Oberösterreich), wo er auf dem Dorffriedhof begraben liegt.

tom72

Erschienen im Mitteilungsblatt der Stadtpolizei Luzern




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